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5 x FCB = 1 x HSV

Diese merkwürdige Rechung stammt nicht von mir, sondern ist auf dem Mist des unbestritten größten Fußball-Experten Deutschlands, Lothar Matthäus, gewachsen.

Was hat das zu bedeuten? In seiner Sportbild-Kolumne von heute, verteidigt Herr Matthäus die Verantwortlichen des HSV und lobt sie für ihren Zusammenhalt. Hut ab! Das finde ich auch schwer in Ordnung. Leider gehört es zu den selteneren Szenarien im Bundesliga-Fußball, dass man auch mal gemeinsam durch eine Krise geht.

Was ich nicht verstehen kann ist, dass Lothar Matthäus wiederum nur teilweise nachvollziehen kann, dass Spieler wie Daniel van Buyten und Khalid Boulahrouz zu anderen vermeintlich erfolgreicheren Vereinen gewechselt sind.

Laut Matthäus wäre es deren moralische Pflicht gewesen, nicht beim erstbesten Angebot zu gehen. Und jetzt kommt die Auflösung:

»Es wäre reizvoller gewesen, mit dem HSV Meister zu werden. Das wäre genauso hoch zu bewerten wie fünf Meisterschaften mit den Bayern.«

Wie bitte? Hat Matthäus nicht selbst jahrelang für den FCB und Inter Mailand gespielt? Alle Titel zusammen wären dann wohl soviel wert gewesen, wie ein DFB-Pokal-Sieg mit Borussia Mönchengladbach, oder?

Dass bei den Entscheidungen von Boulahrouz und van Buyten nicht nur Ruhm und Ehre eine Rolle gespielt haben, sondern auch das Gehalt, werden wohl nicht mal die beiden bestreiten. Aber was solls. Für die Spieler ist es deren Beruf. Wer würde nicht bei einem höheren Gehalt über einen Jobwechsel nachdenken.

Das mit der moralischen Pflicht halte ich in der heutigen Zeit für absoluten Quatsch und realitätsfremd. Insbesondere die vielen Trainerwechsel in der Bundesliga zeigen doch, dass auch von Seiten der Vereine Loyalität oft eine untergeordnete Rolle spielt. Das zeigt sich auch beim HSV an den Personalien Sergej Barbarez und Stefan Beinlich.

gomez - 25.10.2006